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Tag 4 Vilhelmina – Bodø

Wir erwachen mit Blick auf den zugefrorenen See vor unserer gemütlichen Hütte und starten den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück. Um 9 Uhr treffen wir uns mit allen anderen Teams am nahegelegenen, extra für uns gemieteten, lang ersehnten ICE-TRACK. Endlich driften auf einem zugefrorenen See! Der Kollege vor Ort gibt uns den freundlichen Hinweis  beim Fahren einfach unser Hirn weiter zu nutzen, nicht zu dicht aufzufahren und vor allem nicht abseits der Strecke in den Schnee zu fahren, da die Einwohner wohl gerne mal in dem See angeln und man nicht genau weiß, wo sich die Löcher im Eis verstecken. Beruhigend. Die ersten Kurven nimmt Sven noch etwas vorsichtiger, dann wird er mutiger  – und landet im Schneehaufen. Zum Glück kommen wir noch ohne fremde Hilfe frei und können weiter fröhlich Donuts auf dem Eis drehen. Auch Julian und ich setzen uns ans Steuer  und versuchen in jeder Kurve zu driften – nach dem Motto „quer siehst du mehr“. Wir drehen unzählige Runden auf dem spiegelglatten Eis und es macht einen Wahnsinns-Spaß!
Nach kurzer Pause bei einem heißen Getränk am Rand (Danke an das SAC-Team!) drehen wir ein paar letzte Runden, helfen einem tiefer im seitlichen Schnee gelandeten Team raus und machen uns gegen 12 Uhr auf den Weg Richtung Bodo. Dort wartet um 1:45 die Fähre auf die Lofoten auf uns. Wir freuen uns schon!
Kurz vor der norwegischen Grenze halten wir in einem Supermarkt und kaufen noch schnell eine Dose Surströmming – die ekelhaft stinkende schwedische Fisch-Delikatesse. Heutige Challenge besteht darin, die Dose GEÖFFNET 200 km im Auto zu transportieren. Wir entscheiden uns schnell, dass wir das nicht tun wollen, aus Sorge, dass wir den Gestank nicht mehr aus unseren Sachen bekommen. Trotzdem wollen wir bis zum Ende der Rallye auf jeden Fall mal wissen, wie er riecht – daher trotzdem der Kauf der Dose. Als wir der  Kassiererin erzählen, dass wir nachts noch auf die Lofoten wollen, erzählt sie uns, dass seit ein paar Tagen ein schwerer Sturm an der Küste herrscht und einem armen Menschen sogar sein Dach weggeflogen sei. Wir denken uns nicht zu viel dabei und fahren weiter Richtung Bodo. Gegen 21 Uhr erreichen wir den Fährhafen, stellen unser Auto zu all  den anderen Rallye-Wagen in die Schlange und suchen gemeinsam mit ein paar anderen Teams die nahegelegene Sportsbar auf. Dort gibt es lecker Burger & Pommes für uns und als wir beherzt zuschlagen kommt die Nachricht per WhatsApp: Die Fähre fällt aufgrund des Sturms aus. Die nächste fährt frühestens am nächsten Tag gegen 16 Uhr. Große Enttäuschung macht sich bei allen Anwesenden breit. Viele buchen sich ein Hotel in Bodo, einige bestellen sich die nächste Runde Bier – wir entscheiden uns aufgrund der horrenden Hotelpreise eine Nacht im Auto zu verbringen. Zum Glück ist es nicht so kalt und Wind und Regen sind im Auto ja egal. So suchen wir uns einen einigermaßen geschützten Stellplatz, verlagern alles Gepäck von der Rückbank in den Kofferraum und machen es uns gemütlich. Sven & Julian auf Fahrer- und Beifahrersitz und ich hinten quer. Nach ein paar Minuten Game of Thrones Hörbuch schlummern wir alle tief und fest.

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