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Tag 6 Narvik – Skervøy

Wir frühstücken gemeinsam mit den beiden anderen Teams, die wir getroffen haben, befreien unser Auto vom Schnee und packen unseren ganzen Krempel wieder ein. Heute Morgen ist das erste Mal, dass wir die Türen nicht auf Anhieb aufbekommen, da die Schlösser zugefroren sind. Nach ein paar Minuten Geduld & Gewalt geht es dann aber wieder und wir können starten. Wir machen uns auf den Weg weiter Richtung Norden. Die heutige Challange lautet „Tausche deinen Co-Piloten“. Somit setzen wir unseren lieben Sven in einem Café ab und laden einen netten Mann, dessen Namen ich vergessen habe (sorry, falls du das liest), eines anderen Teams ein. Wir erzählen uns gegenseitig etwas aus unseren Leben, Rallye-Erlebnissen und unsere besten Witze. Wir sind so in unser Gespräch vertieft, dass wir den Ort verpassen, an dem wir zurück tauschen sollten. Also fahren wir statt der angepeilten 30 km nun 60 km miteinander bis zum nächsten Supermarkt. Da wir morgens gemeinsam mit den beiden anderen Teams entschieden haben uns für die Nacht gemeinsam
eine größere Hütte zu mieten und dort ganz im „Team Steakholder“-Stil zu grillen, kaufen wir noch das Nötigste ein und machen uns weiter auf den Weg.

Da die Sonne so schön scheint, gestatten wir uns einen kurzen Ausflug in die Lyngenalpen, wo uns ein atemberaubendes Panorama aus Schnee, Bergen, Seen und unendlicher Weite erwartet. Wir packen Drohne und Kamera aus und halten alles gut für euch Daheimgebliebenen fest. 🙂 Da fällt uns ein: Wir haben ja noch ein Skateboard auf dem Dach. Ich kann gar nicht so schnell schauen, da hängt Julian bereits mit gespanntem Seil auf dem Skateboard (ohne Achsen) hinter unserem Jeep und ruft mir zu, ich solle langsam losfahren. Sven filmt alles mit der Drohne. So düsen wir ein paar Meter immer wieder hin und her. Sven darf dann natürlich auch noch – nur ich fühle mich hinter dem Steuer am Hebel der Geschwindigkeit etwas wohler. Nach all der Action und einem weniger beabsichtigten Drift in einer engen, eisigen Kurve sind wir wieder auf der geplanten Route in Richtung einer kleinen Insel namens Skjevroy.

Dort warten unsere Mitstreiter bereits in einer großzügigen, traumhaft gelegenen Hütte auf uns. Wir schmeißen den Grill an, es stößt noch ein viertes Team zu uns und wir zaubern ein richtiges Festmahl. Wir sind mitten beim Essen, da ruft der Grillmeister von draußen „Nordlicht!!“. Alle stürmen auf den Balkon und da sehen wir es. Ein noch zartes, grünes Flackern hinter der Wolkendecke. Wir haben Glück, die Wolken reißen auf und das Licht wird immer stärker. Es sieht traumhaft schön aus wie sich die riesigen grünen Schleier über uns winden. Nach ein paar Minuten lässt es nach und wir widmen uns überglücklich wieder dem Essen.
Später am Abend machen Sven, Julian und ich uns noch mal auf den Weg, um noch mehr Nordlichter zu sehen und Fotos schießen zu können. Wir warten ziemlich lange im warmen Auto und sehen tatsächlich noch mal Lichter, die sogar ins Lilafarbene übergehen. Leider sind wir mit der Kamera dafür zu einen Moment zu spät – aber den Moment einfach so zu genießen war es wert.
Wir fahren hundemüde zurück zur Hütte, berichten den anderen noch kurz und fallen dann in unsere Betten.

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